Ein Vortrag des international renommierten Linguisten, Forschers und Anthropologen Prof. Dr. Daniel Everett im Gehry Auditorium vertieft das Festivalthema Sprache und richtet den Blick auf das komplexe Zusammenspiel von Sprache, Kultur, Gesellschaft und Denken. Everett hat einen wesentlichen Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit der Erforschung der Sprachen und Kulturen indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet gewidmet, insbesondere der Pirahã. Seine Forschungen werfen grundlegende Fragen darüber auf, wie Sprache entsteht, wie sie durch kulturelle und gesellschaftliche Bedingungen geprägt wird und wie sie wiederum unser Denken und unsere Wahrnehmung beeinflusst.
In seinem Vortrag geht Everett davon aus, dass Kultur unser Denken auf vielfältige Weise prägt, ohne dass wir uns dessen stets bewusst sind. Sprache versteht er dabei als eines der komplexesten und bedeutendsten Produkte aus dem Zusammenspiel von Gesellschaft, Kultur und menschlichem Geist. Anhand verschiedener Sprachen und Kulturen des Amazonasgebiets untersucht er, wie eng Sprache und Kultur miteinander verwoben sind und in welchem Masse beide unser Denken und Handeln beeinflussen.
Davon ausgehend führt der Vortrag zu einer weiterreichenden Frage: Welche Rolle kann das Verständnis anderer Sprachen, Kulturen und Gesellschaften dabei spielen, darüber nachzudenken, wie wir als Menschen leben und zusammenleben wollen? Damit eröffnet Everett einen grundlegenden anthropologischen Zugang zum Festivalthema und zur Frage, was Sprache über den Menschen und seine Beziehung zur Welt verrät.
Hier finden Sie einen der vielbeachteten TED-Talks von Daniel Everett (How Language Began).
Freier Eintritt; Anmeldung via office@interfinity.ch.
Sprache: Englisch.
In Zusammenarbeit mit «Book Club Basel».
