Der sechste Festivaltag widmet sich der Weitergabe von Sprache und Kultur zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Im Zentrum steht Jordi Savall, kürzlich mit dem prestigereichen Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet. Seine Arbeit bewegt sich seit jeher zwischen historischer Überlieferung und gelebter Praxis: Die von ihm gepflegte Musik wird seit Generationen weitergegeben – oft nicht schriftlich fixiert, sondern durch unmittelbares Musizieren. So entsteht eine Form „gesprochener“ Kultur. Rhythmus, Artikulation und Zusammenspiel ersetzen die Notation und verweisen auf eine direktere, körperliche Verständigung. Gerade in der Volksmusik zeigt sich, wie sich musikalische Formen ähnlich wie Sprachen entwickeln, verändern und dennoch ihre Identität bewahren.
Im Kontext von Sprache und Kommunikation wird Musik hier zum Träger von Erinnerung und kollektiver Erfahrung – als etwas, das nicht nur bewahrt, sondern weitergegeben und transformiert wird.
Vom alten Europa in die Neue Welt – Programm:
Lieder und Tänze von Troubadours und Pilgern
Marcabru – Pax! In nomine Domini!
Alfons X. der Weise – Istampitta & Saltarello
Variation und Improvisation
Anonym – Folías
Anonym – Canarios
Anonym – La Romanesca
Barocke Tänze und Variationen
Francesc Guerau – Españoletas, Jácaras & Canarios
Santiago de Murcia – Gaita
Alte baskische und galicische Traditionen
Anonym / Jordi Savall – Aurtxo txikia negarrez
Von Europa in die Neue Welt
Anonym, Codex Trujillo del Perú – Tonada del Chimo
Anonym – Folías criollas: Cachua serranita
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